Die Kultivierung von Sulcorebutien

Ein kleiner Teil meiner Sammlung

Die Sulcorebutien stammen aus dem bolivianischen Hochland, soweit es bekannt ist. Ich könnte an dieser Stelle noch deutlich weiter auf die Verbreitungsgebiete eingehen, aber dieses würde den Artikel doch sehr strecken und so sollte sich jeder, der Interesse hieran hat, ein Sulcorebutienbuch kaufen und sich selbst Informieren. Insbesondere ist mein Wissen über die Verbreitungsgebiete zu gering, um sinnvolle Aussagen darüber treffen zu können. Zu empfehlen ist hierfür, ist das Buch Sulcorebutia von Augustin/Gertel/Hentzsche, da es sehr umfangreich ist, was die Verbreitungsgebiete angeht. Auch das Buch der DKG ist wirklich ratsam. Hier stehen zu jeder Gruppe detaillierte Informationen über die Verbreitung.

Die Bedingungen für die Kultivierung kann man relativ einfach von den Standorten her ableiten, wobei jeder Sulcorebutia Sammler eigenen Methoden hat, seine Pflanzen zu pflegen.

Substrat:

Für Sulcorebutien ist es wichtig, dass sie rein mineralisch stehen. Auch hier gibt es aber Sammler, die sagen, dass ein Teil Humus gut für die Pflanzen sei. Ich persönlich tue dieses nicht. Ein weiterer Bestandteil des Substrates sollte eventuell Kieselgur sein. Dieses senkt den PH-Wert des Substrates, was die Sulcorebutien mögen. Es gibt noch deutlich mehr Bestandteile, die zu einem guten Wachstum führen können beziehungsweise sollen. Sofern man düngt, kann man sie allerdings in reinem Bims Bims ist ein poröses glasiges Vulkangestein, dessen Dichte wegen der Poren kleiner als die von Wasser ist. kultivieren. Insbesondere wenn man kein Gießwasser hat, welches einen PH-Wert > 7 hat. Hierbei sollte trotzdem, wie weiter unten beschrieben, gegossen werden. Wenn man allerdings Gießwasser mir einem PH-Wert > 7 hat, ist es meiner Meinung nach ratsam Kieselgur beizumischen, um den PH-Wert zu senken.

Meine Pflanzen stehen zu 3/7 in Bims Bims ist ein poröses glasiges Vulkangestein, dessen Dichte wegen der Poren kleiner als die von Wasser ist., 2/7 Kieselgur und zu 2/7 Zeolith. Das Zeolith sorgt dafür, dass die Erde nicht so schnell „schlecht“ wird. Des Weiteren hält es den PH-Wert des Substrates stabil. Dieses soll ein häufiges Umtopfen verhindern. Ein weiterer Grund warum Humus meiner Meinung nach nicht ratsam ist, da es nach 2-3 Jahren bereits zerfallen ist und man umtopfen sollte.

Ich mische mittlerweile keine Kieselgur mehr in mein Substrat, da ich herausgefunden habe, dass das Wasser hier einen PH-Wert von ungefähr 6-6,5 hat, welches ideal für die Sulcorebutien sein sollte.

Wie oben schon gesagt, hat aber hier jeder Sammler sein eigenes Rezept. Ich empfehle also einfach sich selber Gedanken zu machen und es ausprobieren. Bereits nach kurzer Zeit ist deutlich erkennbar, ob den Pflanzen das Substrat gefällt oder nicht.

Topf:

Die Wahl des richtigen Topfes ist, denke ich, etwas schwierig. Hierbei ist natürlich der Platz, den man zur Verfügung hat, ein wichtiger Faktor und die Größe der zu topfenden Pflanze. Die meisten Sammler haben ihre Pflanzen in 5x5cm bis 9x9cm Vierkanttöpfen. Eines haben sie aber oft dabei gemeinsam: Sie verwenden Töpfe, die etwas höher als breit sind.

Warum? Hierfür gibt es zwei Erklärungen:

  1. Viele der Sulcorebutien sind Rübenwurzler. Somit brauchen sie mehr vertikalen Wurzelraum.
  2. Dadurch dass in einem höheren Topf das Substrat unten länger feucht bleibt und somit die Pflanzen länger Feuchtigkeit aufnehmen können bis zum nächsten Gießen, wachsen sie kontinuierlicher. Das Substrat hat dadurch länger etwas Restfeuchtigkeit.

Die Wahl des Standortes:

Mein Frühbeet

Auch hier gibt es wieder geteilte Meinungen. Je nach Sammlungsgröße gibt es viele, die sagen, sie haben Gattungen, die mehr Licht als die Anderen brauchen. Bei Sulcorebutien gilt aber eigentlich die Regel, je mehr desto besser.

Doch auch hier muss man wieder aufpassen. In den Regionen, wo sie wachsen, gibt es nicht so hohe Temperaturen wie beispielsweise in der Wüste. Somit sollte man bei höheren Temperaturen natürlich darauf achten, dass der Standort gut belüftet ist. Viele Sammler haben die Sulcorebutien bewusst nicht in ihrem Gewächshaus stehen, da sie außerhalb deutlich besser wachsen sollen. Sie sollen so ein natürlicheres Wachstum haben. Es ist aber ratsam, sie in Frühbeete zu stellen, um das Klima anzupassen und um sie vor Regen zu schützen.

Das richtige Gießen:

Gießen ist wohl für das Wachstum das relevanteste. Wann sollte man gießen? Wie viel sollte man gießen und vor allem wie oft? Auch dies ist, meiner Meinung nach, reine Erfahrungssache.

Als Faustregel kann man relativ gut sagen, dass man alle 2 Wochen gießen sollte und je nach Düngekonzentration jeden Monat einmal düngen. Hierbei ist aber zu beachten, dass die Pflanzen in der Wachstumsphase sind. Etwa von April bis September abhängig von der Region und den Temperaturen. Nach dem Winter sollten die Pflanzen ein- bis zweimal angegossen werden, sodass sie anfangen können Saugwurzeln zu bilden. Anschließend kann wieder normal gegossen werden. Auch das Düngen kann dann wieder aufgenommen werden. Nach dem "Wecken" sollten sie in der Regel anfangen Knospen zu bilden, sofern die Pflanzen Blühgröße haben.

Je nach Wetterverhältnissen sollte man dennoch darauf achten, dass sie nicht zu lange feucht stehen, aber auch nicht zu kurz, wenn es mal sehr heiß ist. Es gilt zwar die Faustregel alle 2 Wochen zu gießen, aber hierbei ist es relevant, dass sie zwischen den Gießphasen komplett abtrocknen können. Je nach Substrat und je nachdem wie das Wetter ist, kann es auch mal sein, dass man bereits nach einer Woche gießen sollte oder auch erst nach 3 Wochen.

Zum Winter hin sollte man aufhören zu düngen und anfangen weniger zu gießen, bis sie schlussendlich komplett trocken in die Winterruhe können, da sie sonst Wurzelschäden oder schlimmeres davontragen können. Dieses könnte unter anderem zum Verschimmeln der Pflanze führen.

Winterruhe:

Die Winterruhe der Kakteen ist wohl zu vergleichen mit denen der Schildkröten. Zum Winter hin fangen die Pflanzen an das Wachstum einzustellen. Hier sollte man sie, wie oben schon beschrieben, nicht mehr gießen.

Den kompletten Winter über sollten sie sehr kühl stehen. Zwischen 4-10°C sind optimal. Aber auch kurze Zeit unter 4°C sind für die Sulcorebutien kein Problem.

Wenn man die Möglichkeit hat, sollten sie hierbei auch hell stehen, aber wie besagt trocken. Alternativ ist es aber kein Problem, wenn sie komplett finster stehen. Hierbei sollte man nur darauf achten, dass sie dann möglichst kalt stehen müssen. Meine Pflanzen stehen den Winter über komplett dunkel im Keller bei 6°C, was bis heute zu keinen Verlusten geführt hat. Sie haben auch reichlich Blüten angesetzt.

Die Winterruhe geht etwa bis zum April. Je nach Region kann sie auch länger oder kürzer sein. Das ist fast nur von den Temperaturen abhängig.

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